Die Astralebene


Die Astralebene ist der weite silberne Himmel, welcher alle Ebenen miteinander verbindet. Sie ist das Reich der reinen Gedanken und des erweiterten Bewusstseins. Im Astralraum schweben hier und da Inseln aus fester Masse, doch der weitaus größere Teil der Ebene ist eine gewaltige, scheinbar ewige Leere aus silbernem Licht. Als Torweg zwischen der Inneren und der Äußeren Sphäre wimmelt es auf der Astralebene von Reisenden, die von einer Ebene auf die andere überwechseln, oder auch Entdeckern auf der Suche nach verborgenen Halbebenen oder einem von zahllosen verlorengegangenen Geistern, die in der Weite hausen. Aufgrund ihres Wesens als Wegkreuzung ist die Astralebene sehr gefährlich. Es ist möglich, mittels Ebenenwechsel oder anderer Dinge körperlich auf die Astralebene überzuwechseln, doch die meisten Reisenden ziehen die Sicherheit einer astralen Projektion vor, bei welcher die Seele sich in einem Astralleib manifestiert (z.B. mittels Astralprojektion).


Ein Astralleib sieht aus wie eine durchscheinende Version des Körpers der Kreatur. In der Regel ist er von einem sanften Nimbus aus blauem oder violettem Licht umgeben. Eine dünne Verbindung aus widerstandsfähiger, körperloser Energie, die sogenannte Silberschnur, verbindet den Astralleib mit dem bewusstlosen materiellen Körper der Kreatur. Sollte der Astralleib sterben, schnellt die Silberschnur zum materiellen Körper zurück und führt so die Seele heim in ihre Hülle (das damit verbundene Trauma resultiert aber in zwei permanenten negativen Stufen). Eine Silberschnur widersteht den meisten Versuchen, ihr Schaden zuzufügen, doch sollte sie irgendwie durchtrennt werden, stirbt die Kreatur augenblicklich, und wird der Astralleib mit der Seele auf den astralen Strömungen abgetrieben. Diese führen ihn unweigerlich zum Beinacker, welcher aus der Äußeren Sphäre bis in die Astralebene reicht. Als Reich der Gedanken ist die Astralebene die Heimat von Wesenheiten, welche Konzepte, Mythen und Legenden repräsentieren, die den Gedanken der Sterblichen entspringen. Medien öffnen ihr Bewusstsein diesen Bewohnern der Astralebene und laden sie ein, sich zu manifestieren und ihren Einfluss auf der Materiellen Ebene zu erhöhen.


Die Astralebene zu bereisen, ist keine einfache Sache, da jeder Reisende dort selbst die Ausrichtung des für ihn geltenden Schwerkraftvektors bestimmt. Kreaturen können sich daher normalerweise in jede Richtung bewegen, die sie für sich als „unten“ festlegen, so dass sie in diese Richtung sodann „fallen“. In der ersten Runde „stürzt“ eine Kreatur auf diese Weise 45 m und in jeder folgenden Runde dann 90 m in gerader Linie. Eine Kreatur kann ein Mal pro Runde als Freie Aktion einen Weisheitswurf gegen SG 16 ablegen, um eine Ausrichtung der Schwerkraft zu bestimmen oder anzuhalten. Misslingt dieser Weisheitswurf, erhält die Kreatur einen Bonus von +6 auf ihre Folgewürfe, bis sie Erfolg hat. Dabei spürt der Reisende die Bewegung nicht, stattdessen scheinen Orientierungspunkte auf der Astralebene (sofern in der Nähe und in Flugrichtung vorhanden) näherzukommen und durch den Astralleib oder an ihm vorbei zu rasen. Ein mit hoher Geschwindigkeit reisender Astralleib erzeugt dabei ein helles Flackern.


Die nicht mehr an ihre sterblichen Hüllen gebundenen Astralleiber der Toten strömen mit dem Fluss der Seelen zum Beinacker. Dabei lassen sie das Elend der Sterblichkeit hinter sich, so dass nur der Kern der Seele mit ihren Erinnerungen verbleibt, die sie zu Lebzeiten geformt haben. Die Götter der Äußeren Sphäre betrachten den Fluss der Seelen als unantastbar, so dass sie oft himmlische und infernalische Externare aussenden, um verlorenen Seelen zu helfen, den Weg zu ihrer endgültigen Belohnung oder Bestrafung zu finden. Allerdings machen auch seelensammelnde oder seelenverschlingende Räuber wie Nachtvetteln und Astradaimonen Jagd auf die Toten der Astralebene – meist beschränken sie sich zwar auf einsame körperlose Untote, überfallen aber auch Gruppen entkörperlichter Seelen auf dem Weg zur Ewigkeit.


Zu den anderen Bewohnern der Astralebene gehören die gewaltigen Astralleviathane, die durch die silbernen Meere treiben – manchmal tragen sie Passagiere oder sogar Ansiedlungen auf ihren Rücken -, die fremdartigen Mnemoiden, welche von Astralreisenden Wissen und mentale Energie ernten, die gestaltlosen Nirmanakaya-Manasaputras, welche die Eingeweihten auf der Materiellen Ebene telepathisch anzuleiten versuchen, sowie die schlanken Humanoiden, welche als Sulsagas bekannt sind – diese viele Ebenen bejagenden Externare reiten auf magischen Scheiben und betrachten Eindringlinge in ihre astrales Reich mit xenophober Verachtung.