Die Akasha-Aufzeichnungen


In den Tiefen der Astralebene liegt eine Halbebene, welche als die Akasha-Aufzeichnungen bezeichnet wird. Sie ist ein wichtiges Element des Uralten Wissens im Herzen der okkulten Philosophie. Die Akasha-Aufzeichnungen sind eine visuelle Bibliothek aus perfekten mentalen Aufzeichnungen aller Augenblicke in der Geschichte des Multiversums. Wer den Weg dorthin findet, der kann Szenen beobachten, die zwischen dem Jetzt und der Entstehung des Multiversums spielen. Wenn der Astralleib einer toten, nicht mehr an eine sterbliche Hülle gebundenen Kreatur sein Leben vor seinen Augen ablaufen sieht, während die Seele im Beinacker auf ihren Richtspruch wartet, reist das Bewusstsein zur Akasha-Aufzeichnung. Wenn ein Psychometriker die Vergangenheit eines von ihm berührten Gegenstandes auslotet, erlangt er in Wahrheit Eindrücke, welche in den Akasha-Aufzeichnungen eingelagert sind.


Im Gegensatz zu den Geschichtsbüchern mit ihren subjektiven Auslegungen sind die Akasha-Aufzeichnungen eine perfekte Wiedergabe der Geschehnisse, wie sie sich wirklich zugetragen haben. Zwei Kreaturen, welche in der Realität dasselbe Ereignis beobachten, könnten subjektiv völlig unterschiedliche Folgerungen ziehen, was sie da gerade ereignet hat. Derartige Verwirrung ist bei den Akasha-Aufzeichnungen nicht möglich, von denen Okkultisten auch als das Gedächtnis der Natur sprechen. Die rätselhaften, verhüllten Aionen, die als die Fürsten des Karmas auftreten und sämtliche Ereignisse im Leben eines Sterblichen aufzeichnen, um seinen rechtmäßigen Platz im Jenseits festzulegen, kennen die Akasha-Aufzeichnungen als das Buch der Lipika.


Ein Besucher, welcher die Akasha-Aufzeichnungen zu Rate ziehen will, konzentriert sich einfach auf den Moment, den er beobachten will. Dieser Augenblick erscheint dann vor ihm, aber nicht als zweidimensionale Darstellung wie eine Illustration auf einer Seite, sondern als dreidimensionale Szenerie um ihn herum, als wäre er tatsächlich dabei gewesen. Die am Ereignis Beteiligten sind aber nur Reflektionen und reagieren daher nicht auf die Gegenwart des Beobachters. Ebenso kann der Beobachter nicht eingreifen oder irgendetwas verändern.


Er kann aber das Tempo der Wiedergabe bestimmen und versteht alles, was innerhalb der Aufzeichnung gesagt wird, selbst wenn er die genutzte Sprache normalerweise nicht lesen oder sprechen könnte oder ihm die Bedeutung kultureller Normen und Symbole fremd ist. Sollte es sich um ein Ereignis aus seinem eigenem Leben handeln, kann er wählen, ob er es als Außenstehender oder aus seiner eigenen, damaligen Perspektive betrachten und durchleben möchte; im letzteren Fall erfährt er auch die damit verbundenen Emotionen erneut.


Es ist unglaublich schwierig, zur an die rätselhafte Dimension der Zeit grenzende Halbebene der Akasha-Aufzeichnungen zu reisen. Gewöhnliche Zauber zum Ebenenbereisen wie z.B. Ebenenwechsel können niemanden dorthin dringen. Das okkulte Wissen verweist zwar auf mehrere Methoden, wie man die Akasha-Aufzeichnungen „betreten“ und die dortigen Szenen beeinflussen könnte (z.B. um einen Charakter aus einer in der Vergangenheit spielenden Szene zu retten und mit ihm auf die Astralebene zu fliehen), allerdings riskiert man dabei, in den Strömungen der Dimension der Zeit verloren zu gehen und vielleicht in der Vergangenheit zu stranden, ohne jemals zurückkehren zu können. Zudem riskiert man mit einer solchen Einmischung den Zorn der Fürsten des Karmas, die als Antwort Zeitelementare oder Unvermeidbare aussenden. Vielleicht lockt man dabei auch die blutrünstigen, außerweltlichen Raubtiere an, die auch als Hunde von Tindalos bezeichnet werden.


Die Halbebene der Akasha-Aufzeichnungen besitzt die folgenden Merkmale:

  • Fließende Zeit
  • Endliche Form
  • Statisch